• Der Routerzwang fällt – Und was bringt mir das?

    Diesen Artikel habe ich ursprünglich als Gastbeitrag für Netzpolitik.org geschrieben.

    CC BY-SA 2.0 Konrad Twardowski

    CC BY-SA 2.0 Konrad Twardowski

    Betreiber von Diskotheken wissen es genau: Die Wahl des richtigen Türstehers ist wichtig, damit sich keine Störenfriede einschleichen. Dasselbe könnte man auch von Routern behaupten, die als Schnittstelle zwischen Internet und Heimnetz dafür sorgen müssen, dass nur das die Tore passiert, was auch im Sinne des Besitzers ist. Und endlich, nach Jahren der gesetzlichen Unklarheit, bekommen wir mit dem Ende des Routerzwangs das Recht dazu, uns unseren stillen Türsteher frei auszusuchen.

    Was die Süddeutsche Zeitung als „Unabhängigkeitstag für Internetnutzer“ bezeichnet, ist das offizielle Ende des Routerzwangs und das Inkrafttreten der Endgerätefreiheit am 1. August. Bisher konnten Internetanbieter (ISPs) in Deutschland bestimmen, welchen Router Kunden zur Verbindung mit dem Internet nutzen müssen. Nutzer hatten keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Das ändert sich nun. Aber wir müssen sicherstellen, dass alle Kunden über diese neuen Rechte Bescheid wissen, und gleichzeitig überprüfen, ob ISPs die neuen Regeln befolgen.

    Wie bei einem Türsteher sollte man auch dem Router vertrauen können, denn über ihn läuft jeglicher Internetverkehr, also etwa alle E-Mails, Downloads und häufig auch Telefongespräche. Zwangsrouter fallen oft negativ mit kritischen Sicherheitslücken auf, die Nutzer aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht selbst beheben können. Sie sind auch dafür bekannt, zu einigen Netzwerkgeräten oder Standards wie IPv6 inkompatibel zu sein oder nur eine geringe Anzahl wichtiger Funktionen zu unterstützen.

    Recht auf Endgerätefreiheit in Anspruch nehmen

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  • German Government wants authorities to advertise PDFreaders

    pdfreaders-logoShould authorities be allowed to make advertisement for only one company and ignore all the others? Many people strongly disagree, among them myself, the Free Software Foundation Europe (FSFE) and also the CIO of the Federal Republic of Germany, the IT commissioner of the German Government.

    The whole story began with something we all had to read sometimes, at least subconsciously, on a website providing PDF documents: „To open the PDF files please download Adobe Acrobat Reader.“. Such notices are unnecessary advertisement for a proprietary (non-free) product — there are dozens of software applications which can do the same or even more, many of them Free Software. Because of that the FSFE started a campaign called „PDFreaders“ to make this deficiency public, and contact administrations and companies with thousands of letters and emails.

    One big success of this campaign in Germany is PDFreaders being mentioned in the official current Migration Guide of Germany’s Chief Information Officer. This document explains some critical points of IT in administrations and companies and evaluates different software. Under point 4.3.7 „PDF readers and authoring“ the guide compares different PDF applications and also takes Free Software readers like Evince into account: [ » Read More…]

  • Weiterer Teilerfolg beim Routerzwang

    Router in Bedrängnis

    Eigene Router in Bedrängnis – hoffentlich nicht mehr lange

    Die Free Software Foundation Europe und alle Freunde Freier Software, Verbraucherrechte und freien Wettbewerbs können sich seit einigen Tagen über einen weiteren Erfolg beim Thema Routerzwang freuen. Nachdem das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) das Thema Routerzwang in die eigenen Hände genommen hatte und einen Gesetzentwurf (TK-Endgerätegesetz) verfasst hat, der größtenteils unseren Vorstellungen entspricht, wurde dieser Entwurf der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten für Kommentare und Änderungswünsche vorgelegt. Dabei wurde nach Ablauf der sogenannten Stillhaltefrist ausschließlich eine formelle Unklarheit bemängelt und der Gesetzestext im Inhalt gebilligt.

    Kurzinfo: Was ist Routerzwang?
    In unserer Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, sich für technische Geräte frei entscheiden zu können, die man in seinem Zuhause in Betrieb nehmen möchte, genauso wie wir entscheiden können, welches Mobiltelefon wir kaufen. Doch einige Internetanbieter widersprechen diesem Prinzip und schreiben ihren Kunden vor, welches Gerät sie zur Einwahl in das Internet nutzen müssen oder diskriminieren Besitzer alternativer Geräte. Diese Verletzung eigentlich selbstverständlicher Rechte wird Routerzwang genannt und wird von der Free Software Foundation Europe und vielen anderen Organisationen, Projekten und Individuen stark kritisiert. Routerzwang ist nicht nur ein Thema für Technikexperten, sondern betrifft uns alle.

    Routerzwang beschäftigt die FSFE seit dem Januar 2013, die öffentlich in vielen Anhörungen und im Hintergrund Stellung bezogen hat. Mehr Informationen über das Thema auf unserer ausführlichen Übersichtsseite.

    Passend zum Ende dieser Phase hat der Journalist Jan Rähm für den Deutschlandfunk einen Beitrag gesendet, der das Thema sehr differenziert betrachtet, den aktuellen Stand darlegt und sowohl Gegner als auch Befürworter des Routerzwangs zu Wort kommen lässt. Der Beitrag ist als verkürzte Textversion und in der vollen Audioversion (5:48) auf der Webseite des Deutschlandfunks zu finden. So sagt etwa der Pressesprecher von Tele Columbus, einer der wenigen Befürworter des Routerzwangs: [ » Read More…]

  • Nächster Halt: Endstation.

    weselsky-putinMan könnte meinen, hier in Tansania ist man weit weg von den politischen Vorgängen in Deutschland. Doch interessanterweise wird es einem hier dieser Tage sehr einfach gemacht, den GDL-Streik, der vor allem vor Pfingsten in Deutschland die Bevölkerung elektrisiert, aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wo selbst politik-kritische Formate wie die Satire-Komik-Sendung Heute Show durchgehend auf dem Gewerkschaftsführer Weselsky rumhackt, kann man durch den Vergleich mit Ländern wie Tansania, in denen das ganze Politikschauspiel noch etwas durchsichtiger und simpler gehalten ist, sehr gut verstehen, warum der GDL-Streik im Endeffekt ein notwendiges Übel für nahezu alle Bürger in Deutschland ist.

    Über den Autor:
    Max Mehl, 25, ist ein… ach, Ihr wisst wer ich bin. Wichtig für diesen Artikel ist allerdings, dass ich kein typischer Autor eines gewerkschaftsfreundlichen Beitrags bin. Ich bin Fan von offenem Wettbewerb, die SPD fand ich immer schon so naja und beim Wort „Sozialismus“ bekomme ich nervöse Zuckungen. Trotzdem befürworte ich den GDL-Streik. Wie in aller Welt passt denn das zusammen?

    Spätestens wer das zweite Semester der Politikwissenschaften absolviert hat, wird einen der wesentlichen Kerne der Realismustheorie verstanden haben. Es geht im Wesentlichen um Macht. Und Macht kann sich durch vieles definieren: Politischer Einfluss, militärische Schlagkraft, Ressourcen und natürlich Geld.

    Was in Tansania gilt…

    Hier in Tansania ist vor allem letzteres von Bedeutung. Wer über beträchtliche Summen von Geld verfügt, kann sich Einfluss kaufen und durch diesen Einfluss noch mehr Geld abzwacken. Im Gegenzug – und das ist viel prekärer – haben diejenigen, die kein Geld besitzen, keinen Einfluss, keine Stimme, keine Macht. Und das trifft somit auf weit über 90% der Bevölkerung zu. Die Tansanier haben es mit einem Parlament zu tun, das spätestens seit der Amtszeit des letzten Präsidenten diesem nur noch mehr Macht zuscheffelt. Und wenn es doch einmal so was verrücktes wie Korruptionsbekämpfung anstrebt, werden die verabschiedeten Gesetze per Veto geblockt oder ganz einfach nicht implementiert. [ » Read More…]

  • In The End Freedom Is What Matters

    Yesterday I’ve been asked by a good friend of mine why I am investing so much time in the FSFE (Free Software¹ Foundation Europe) instead of putting more energy in other organisations with more focus on privacy issues. The background of his question is that I’m quite concerned about governmental and commercial surveillance and the lack of really private ways to communicate with each other and the impact this has on our online and offline behaviour. With Laura Poitras‘ recent movie „Citizenfour“ awarded with an Oscar, I use the media attention as an icebreaker to talk with my friends about these topics if the situation allows it.

    Back to question which can also be read as „Why are you investing your time in Free Software instead of privacy which seems to touch you more?“. To be honest I had to think about this a bit. But then I remembered Jacob Appelbaum saying[…] what people used to call liberty and freedom we now call privacy„. And I think that’s the reason why I stick with putting my energy as activist in FSFE rather than in other (very good!) organisations: Because I think that freedom is the foundation of everything we call privacy today and in the future. I’ll explain that in the following paragraphs. [ » Read More…]

  • I love Taskwarrior, therefore I love Free Software

    ilovefs-heart-pxIt’s Valentine’s day and you’re writing a blog post? Are you nuts?“ you might ask. Well, but it’s not only Valentine’s day but also I love Free Software day. This day is proclaimed every year on February 14 by the Free Software Foundation Europe to thank all developers and contributors of Free Software (software you can use for any purpose, which source code you or others can analyze, which can be modified and distributed).

    As last year with ZNC, I want to say thank you to a specific project which easies my daily life. As you might know by other blog posts here, organisation of tasks, mails and almost everything else is a very important issue for me. So this year I want to write some lines about Taskwarrior, taskd and Mirakel which enable me to take some free time without thinking of task which I could possibly forget to accomplish later on.

    My head is full of ideas and mental To-Do lists and so I’m in need of a handy tool which allows me to write down and organise items at any place and time: At my desk, in bus or train, when I’m offline or abroad. And its important that I don’t have (analog and digital) bits of paper everywhere, so I need a system that syncs all task inputs and outputs. I tried a lot of tools but Taskwarrior was the best so far. It used the well-known „Getting Things Done“ concept with different priorities. Taskwarrior also supports tagging tasks, organising them in projects, due dates, postponing, making tasks dependend on others and much more. And Taskwarrior has a (modifyable) algorhythm that sorts your tasks by urgency levels, so that the most important tasks always are on the top of the list. Even now I just took a glance at what Taskwarrior is able to do!

    Picture of a woman with a chalk board which expresses her apreciation for Taskwarrior

    Someone who loves Taskwarrior as much as I do

    Services and programs that organise tasks aren’t very special!“ one might think. But if you prefer sorting tasks digitally, you cannot simply chose a random todo-organising service provider. Most of the tools and services on the market aren’t free and transparent. All input may no longer belong to you, all the gathered information (which is a lot if you think of it!) could be used for targeted ads or worse. You cannot modify the algorhythm to suit your needs. And what happens if the service provider goes bankrupt? All data, all project history and all pending tasks would be lost at once. So using a free (as in freedom), decentralised, maybe self-hosted service is the best idea to organise your tasks decentrally. [ » Read More…]

  • My internship at FSFE

    I recently saw that the Free Software Foundation Europe is offering a new and very interesting internship position. That’s a great opportunity for every student interested in Free Software and political activism — and for me to write about my internship I completed from October 2013 until end of March 2014. Here’s a report I wrote some time ago:

    Starting from October 2013 I was able to work 6 months as an intern for the Free Software Foundation Europe in Berlin. This was an internship required by my bachelor degree course at the University of Konstanz (Germany) where I study Politics and Public Administration. Some years before my internship I already was an FSFE Fellow and then decided to apply there.

    My daily tasks contained monitoring and moderation of the various mailing lists and social network accounts. There were also various technical jobs to do: Updating and creating single websites, sending out newsletters, fixing smaller bugs on our pages and so on.

    The bigger part in my internship was political work. In Germany, various ISPs want to hinder end consumers to freely choose a router because they only want officially supported ones. Such policy comes with serious consequences for security, free competition, trust in technology, and compatibility. My tasks contained analysing regulation drafts, writing statements for public hearings and coordination with other activists. We summarized the issue and our work on https://fsfe.org/activities/routers

    After the parliamentary elections in Germany 2013 I analysed the Grand Coalition’s agreement to identify possible positive and negative effects on Free Software. I also was able to visit several politicians in the German Bundestag to talk with them about Free Software and upcoming important tasks we wanted to work on.

    Besides I helped a lot organising our various campaigns like „Document Freedom Day“ and „I love Free Software“. For many of these political tasks and campaigns I wrote press releases and public statements.

    During my internship I learned a lot about the structure and work in a multinational organisation and how to collaborate and talk with different people around the world. Another plus is the know-how I aquired by helping planning the various campaigns and analyses. When I was in Brussels and Chemnitz to help at FSFE’s booths during conferences I also learned very much about how to talk with people of all kinds and how to carry ideas and convictions to others.

    I will never regret applying for and completing the internship at FSFE. There were so many theoretical and practical things no study course can teach. Being able to work at the interface between communities, companies and politics is something every interested student should be granted.

    I want to thank everybody who enabled the FSFE to offer these internships. Organisations like the Free Software Foundation Europe are important to bring equality and freedom to our society and these internships allow students to get an insight into this very interesting area of activity.

    This internship was a very general one so I was able to work in many different areas of FSFE’s activity. The offered internship is mostly about Document Freedom Day, FSFE’s largest campaign in which I also invested a lot of time. I’m quite sure that this position is also very interesting — and very important as well! So if you want to take responsibility and want to learn much about collaboration, worldwide activism and public relations, go ahead and apply for this internship!

    If you are interested in this internship but you have some questions left, please feel free to ask me anything.