• Erste Testgeräte für Routerfreiheit versendet

    Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist am 1. August die Welt etwas freier geworden. Nun nämlich ist das Gesetz für Endgerätefreiheit in Kraft, welches endlich erlaubt, dass Kunden deutscher Internetanbieter einen Router oder ein Modem ihrer Wahl an ihren Anschluss klemmen dürfen. Die FSFE hat sich von Anfang an für dieses Recht eingesetzt und schlussendlich haben wir diesen großen Erfolg errungen, der den Routerzwang endgültig abschaffen soll.

    Doch ein Gesetz auf Papier bringt wenig, wenn es in der Realität nicht eingehalten oder trickreich umschifft wird. Deshalb möchten wir so schnell und ausführlich wie möglich wissen, welche Internetanbieter ihren Kunden die neuen gesetzlich gesicherten Freiheiten zugestehen und welche uns weiter mit Zwangsgeräten beglücken wollen. Die FSFE möchte deshalb folgendermaßen Licht ins Dunkel bringen:

    1. Wir stellen eine zentrale Wiki-Seite, auf der wir Testberichte zu den einzelnen Herstellern sammeln: Geht der Internet- und Telefonanschluss mit einem alternativen Gerät? Was muss man dabei beachten? Welche Geräte sind kompatibel? Daneben gibt es weitere nützliche Informationen rund um die Routerfreiheit.
    2. Da vor allem der Markt für Kabelrouter noch sehr frisch ist, stellen wir Testgeräte zur Verfügung, die wir an freiwillige Tester versenden. Diese lassen uns dann hoffentlich weitere detaillierte Informationen zu dem Anschluss alternativer Router zukommen, die wiederum mehr Menschen helfen, Klarheit über dieses Thema zu erlangen.

    Raus mit den Testgeräten!

    [ » Read More…]

  • Der Routerzwang fällt – Und was bringt mir das?

    Diesen Artikel habe ich ursprünglich als Gastbeitrag für Netzpolitik.org geschrieben.

    CC BY-SA 2.0 Konrad Twardowski

    CC BY-SA 2.0 Konrad Twardowski

    Betreiber von Diskotheken wissen es genau: Die Wahl des richtigen Türstehers ist wichtig, damit sich keine Störenfriede einschleichen. Dasselbe könnte man auch von Routern behaupten, die als Schnittstelle zwischen Internet und Heimnetz dafür sorgen müssen, dass nur das die Tore passiert, was auch im Sinne des Besitzers ist. Und endlich, nach Jahren der gesetzlichen Unklarheit, bekommen wir mit dem Ende des Routerzwangs das Recht dazu, uns unseren stillen Türsteher frei auszusuchen.

    Was die Süddeutsche Zeitung als „Unabhängigkeitstag für Internetnutzer“ bezeichnet, ist das offizielle Ende des Routerzwangs und das Inkrafttreten der Endgerätefreiheit am 1. August. Bisher konnten Internetanbieter (ISPs) in Deutschland bestimmen, welchen Router Kunden zur Verbindung mit dem Internet nutzen müssen. Nutzer hatten keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Das ändert sich nun. Aber wir müssen sicherstellen, dass alle Kunden über diese neuen Rechte Bescheid wissen, und gleichzeitig überprüfen, ob ISPs die neuen Regeln befolgen.

    Wie bei einem Türsteher sollte man auch dem Router vertrauen können, denn über ihn läuft jeglicher Internetverkehr, also etwa alle E-Mails, Downloads und häufig auch Telefongespräche. Zwangsrouter fallen oft negativ mit kritischen Sicherheitslücken auf, die Nutzer aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht selbst beheben können. Sie sind auch dafür bekannt, zu einigen Netzwerkgeräten oder Standards wie IPv6 inkompatibel zu sein oder nur eine geringe Anzahl wichtiger Funktionen zu unterstützen.

    Recht auf Endgerätefreiheit in Anspruch nehmen

    [ » Read More…]

  • Getting oldschool, oder: Wie ich uncool wurde

    old-manLangsam tritt das ein, von dem ich gehofft habe, es möge mich nicht ereilen: Ich werde alt – zumindest gefühlt. Noch vor fünf bis zehn Jahren glaubte ich mich an der Spitze des neuen Ökosystems: Des Internets. Ich war der Meinung, diese Welt besser zu kennen als der Großteil der Menschheit. Kein Trend war vor mir sicher. Instant Messenger, Tauschbörsen, soziale Netzwerke, Diskussionsforen, Videoportale und all die lustigen und verstörenden Teile dieser neuen, digitalen und immer schneller werdenden Welt. Jedes neue Feature war ein Segen in meinen Augen.

    Alter Mann

    Und was ist heute? Lese ich von einer neuen tolle App, stöhne ich nur auf. Wird mir vorgeschlagen, Messenger X oder Y zu verwenden, rattern mir schon Ausreden durch den Kopf. Erfahre ich auf Portalen wie dem angesagten bento etwas über die „10 lustigsten Videos“ des letzten Jahres, kenne ich maximal eines davon – und das auch nur, weil im Spiegel oder so etwas darüber stand. Und bei jeder neuen Registrierung für einen Internetdienst, und sei es auch nur ein simpler Onlineshop, zieht mein Puls an.

    Stellenanzeigen sind besonders frustrierend für mich. War ich mir früher – überspitzt gesagt – sicher, mit meinen coolen Internetproskillz auf dem Arbeitsmarkt gefragt zu sein, auch wenn ich die nächsten zwei Jahre Mathe schwänze, sind mir angesagte Jobs für junge Menschen schon jetzt teilweise zu hoch. Wird etwa für Internetredakteure oder Community-Manager verlangt, sich unter anderem gut in „Instagram, Snapchat, Periscope und flickr“ auszukennen, müsste ich zugeben, auf keinem dieser trendigen Netzwerke überhaupt einen Account zu haben, geschweige denn das geringste Interesse daran.

    Am schlimmsten sind jedoch die Berichte in Fachzeitschriften über IT-Konferenzen. Wenn ich nur lese, dass wir in zehn Jahren unseren Alltag über ein Mikrofon steuern können, das unsere Spracheingaben direkt an Google oder Amazon schickt, würde ich am liebsten einen Flug in die hinterste Dritte Welt buchen.

    Die Frage nach dem Warum

    [ » Read More…]

  • Switching my code from gitweb to Gogs

    gogs-logoSince end of 2014 I published some of my Free Software code – mostly Bash, R and HTML/PHP – on a self-hosted gitweb instance. I did this because I wanted to share the work I’ve done with other people because I’ve learnt a lot by reading other people’s code. Although I’m just a „hobby programmer“, I hoped at least some people can benefit from it.

    The last few days, I switched from gitweb, a very simple web interface for my git repositories, to Gogs, a feature-rich webservice which still is lightweight, and quite simple to install and maintain – and of course Free Software! By doing so, people can now register with my Gogs instance, open issue tickets, fork my projects and send pull requests – very similar to non/semi-free services like GitHub or GitLab.

    Installation

    As a user of the German hosting service Uberspace I had to follow some special ways to install Gogs. But thanks to a nice guide it was quite simple, so it was finished after only 15 minutes. The only tricky part was the SSH feature with which I spent a few hours to make it work. The problem was that using the same public key with Gogs as you’re using for logging into the server’s SSH won’t work. You’ll have to generate a new SSH key and use it’s public key for Gogs. Then you have to edit your client’s SSH config: [ » Read More…]

  • I love Free Software (Apps)

    Yoda-ilovefsDo you know being in a restaurant and getting a menu which is longer than the average novel, and you cannot decide for a single meal because every single one sounds more delicious than the other? That’s similar to the problem I was having when writing this blog post…

    Today is the „I love Free Software“ day, on which people all over the world say „thank you“ to contributors of Free Software, often created in free time and with lots of passion. This is software you can use for any purpose, which source code you or others can analyse, which can be modified and distributed – any program respecting these essential freedoms benefits a fair society, and our most personal privacy and security in return.

    After I thanked ZNC and Taskwarrior last Valentine’s Days, this year I want to focus on software running on the device that’s almost always in my pocket. My mobile phone is the gatekeeper of most of my communication: short messages, pictures, emails, social media, todo lists, calendar… it’s amazing thinking about what this tiny computer has to achieve to satisfy my needs. But of course, I also want to use as much Free Software as possible to secure my sensitive data. And because of that I cannot name a single software but have to list a few which I depend on almost every single day, and I want to sincerely thank the people contributing to them! [ » Read More…]

  • German Government wants authorities to advertise PDFreaders

    pdfreaders-logoShould authorities be allowed to make advertisement for only one company and ignore all the others? Many people strongly disagree, among them myself, the Free Software Foundation Europe (FSFE) and also the CIO of the Federal Republic of Germany, the IT commissioner of the German Government.

    The whole story began with something we all had to read sometimes, at least subconsciously, on a website providing PDF documents: „To open the PDF files please download Adobe Acrobat Reader.“. Such notices are unnecessary advertisement for a proprietary (non-free) product — there are dozens of software applications which can do the same or even more, many of them Free Software. Because of that the FSFE started a campaign called „PDFreaders“ to make this deficiency public, and contact administrations and companies with thousands of letters and emails.

    One big success of this campaign in Germany is PDFreaders being mentioned in the official current Migration Guide of Germany’s Chief Information Officer. This document explains some critical points of IT in administrations and companies and evaluates different software. Under point 4.3.7 „PDF readers and authoring“ the guide compares different PDF applications and also takes Free Software readers like Evince into account: [ » Read More…]

  • Weiterer Teilerfolg beim Routerzwang

    Router in Bedrängnis

    Eigene Router in Bedrängnis – hoffentlich nicht mehr lange

    Die Free Software Foundation Europe und alle Freunde Freier Software, Verbraucherrechte und freien Wettbewerbs können sich seit einigen Tagen über einen weiteren Erfolg beim Thema Routerzwang freuen. Nachdem das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) das Thema Routerzwang in die eigenen Hände genommen hatte und einen Gesetzentwurf (TK-Endgerätegesetz) verfasst hat, der größtenteils unseren Vorstellungen entspricht, wurde dieser Entwurf der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten für Kommentare und Änderungswünsche vorgelegt. Dabei wurde nach Ablauf der sogenannten Stillhaltefrist ausschließlich eine formelle Unklarheit bemängelt und der Gesetzestext im Inhalt gebilligt.

    Kurzinfo: Was ist Routerzwang?
    In unserer Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, sich für technische Geräte frei entscheiden zu können, die man in seinem Zuhause in Betrieb nehmen möchte, genauso wie wir entscheiden können, welches Mobiltelefon wir kaufen. Doch einige Internetanbieter widersprechen diesem Prinzip und schreiben ihren Kunden vor, welches Gerät sie zur Einwahl in das Internet nutzen müssen oder diskriminieren Besitzer alternativer Geräte. Diese Verletzung eigentlich selbstverständlicher Rechte wird Routerzwang genannt und wird von der Free Software Foundation Europe und vielen anderen Organisationen, Projekten und Individuen stark kritisiert. Routerzwang ist nicht nur ein Thema für Technikexperten, sondern betrifft uns alle.

    Routerzwang beschäftigt die FSFE seit dem Januar 2013, die öffentlich in vielen Anhörungen und im Hintergrund Stellung bezogen hat. Mehr Informationen über das Thema auf unserer ausführlichen Übersichtsseite.

    Passend zum Ende dieser Phase hat der Journalist Jan Rähm für den Deutschlandfunk einen Beitrag gesendet, der das Thema sehr differenziert betrachtet, den aktuellen Stand darlegt und sowohl Gegner als auch Befürworter des Routerzwangs zu Wort kommen lässt. Der Beitrag ist als verkürzte Textversion und in der vollen Audioversion (5:48) auf der Webseite des Deutschlandfunks zu finden. So sagt etwa der Pressesprecher von Tele Columbus, einer der wenigen Befürworter des Routerzwangs: [ » Read More…]

  • splitDL – Downloading huge files from slow and unstable internet connections

    Imagine you want install GNU/Linux but your bandwidth won’t let you…

    tl;dr: I wrote a rather small Bash script which splits huge files into several smaller ones and downloads them. To ensure the integrity, every small files is being checked for its hashsum and file size.

    That’s the problem I was facing in the past days. In the school I’m working at (Moshi Institute of Technology, MIT) I set up a GNU/Linux server to provide services like file sharing, website design (on local servers to avoid the slow internet) and central backups. The ongoing plan is the setup of 5-10 (and later more) new computers with a GNU/Linux OS in contrast to the ancient and non-free WindowsXP installations – project „Linux Classroom“ is officially born.

    But to install an operating system on a computer you need an installation medium. In the school a lot of (dubious) WindowsXP installation CD-ROMs are flying around but no current GNU/Linux. In the first world you would just download an .iso file and ~10 minutes later you could start installing it on your computer.

    But not here in Tanzania. With download rates of average 10kb/s it needs a hell of a time to download only one image file (not to mention the costs for the internet usage, ~1-3$ per 1GB). And that’s not all: Periodical power cuts cancel ongoing downloads abruptly. Of course you can restart a download but the large file may be already damaged and you loose even more time.

    My solution – splitDL

    To circumvent this drawback I coded a rather small Bash program called splitDL. With this helper script, one is able to split a huge file into smaller pieces. If during the download the power cuts off and damages the file, one just has to re-download this single small file instead of the huge complete file. To detect whether a small file is unharmed the script creates hashsums of the original huge and the several small files. The script also supports continuation of the download thanks to the great default built-in application wget. [ » Read More…]

  • Nächster Halt: Endstation.

    weselsky-putinMan könnte meinen, hier in Tansania ist man weit weg von den politischen Vorgängen in Deutschland. Doch interessanterweise wird es einem hier dieser Tage sehr einfach gemacht, den GDL-Streik, der vor allem vor Pfingsten in Deutschland die Bevölkerung elektrisiert, aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wo selbst politik-kritische Formate wie die Satire-Komik-Sendung Heute Show durchgehend auf dem Gewerkschaftsführer Weselsky rumhackt, kann man durch den Vergleich mit Ländern wie Tansania, in denen das ganze Politikschauspiel noch etwas durchsichtiger und simpler gehalten ist, sehr gut verstehen, warum der GDL-Streik im Endeffekt ein notwendiges Übel für nahezu alle Bürger in Deutschland ist.

    Über den Autor:
    Max Mehl, 25, ist ein… ach, Ihr wisst wer ich bin. Wichtig für diesen Artikel ist allerdings, dass ich kein typischer Autor eines gewerkschaftsfreundlichen Beitrags bin. Ich bin Fan von offenem Wettbewerb, die SPD fand ich immer schon so naja und beim Wort „Sozialismus“ bekomme ich nervöse Zuckungen. Trotzdem befürworte ich den GDL-Streik. Wie in aller Welt passt denn das zusammen?

    Spätestens wer das zweite Semester der Politikwissenschaften absolviert hat, wird einen der wesentlichen Kerne der Realismustheorie verstanden haben. Es geht im Wesentlichen um Macht. Und Macht kann sich durch vieles definieren: Politischer Einfluss, militärische Schlagkraft, Ressourcen und natürlich Geld.

    Was in Tansania gilt…

    Hier in Tansania ist vor allem letzteres von Bedeutung. Wer über beträchtliche Summen von Geld verfügt, kann sich Einfluss kaufen und durch diesen Einfluss noch mehr Geld abzwacken. Im Gegenzug – und das ist viel prekärer – haben diejenigen, die kein Geld besitzen, keinen Einfluss, keine Stimme, keine Macht. Und das trifft somit auf weit über 90% der Bevölkerung zu. Die Tansanier haben es mit einem Parlament zu tun, das spätestens seit der Amtszeit des letzten Präsidenten diesem nur noch mehr Macht zuscheffelt. Und wenn es doch einmal so was verrücktes wie Korruptionsbekämpfung anstrebt, werden die verabschiedeten Gesetze per Veto geblockt oder ganz einfach nicht implementiert. [ » Read More…]

  • Technology and Free Software in Tanzania

    mit-2After two months in Tanzania and in the computer education centre I work every day I learnt a lot about the culture of the locals in terms of their viewpoint on information technology. And in the same way I had to accept that my initial mental image of the people’s behaviour was (at least in parts) very wrong. So in this article I try to explain how I see the situation of modern technologies and the usage and understanding of Free Software in the region of Tanzania where I live.

    Free Software guarantees the full rights to use, study, share and improve it (but is not necessarily free of gratis). This sounds like something only interesting for IT specialists and nerds. But given the importance of software in our lifes one has to reconsider: Software controls our mobile phones, cars, air planes, heating systems, power plants, bank accounts and medical equipment. The one who controls this software is also the one who controls most parts of our lifes. Questions like „Does all my data belong to someone else?“, „Is my data safe?“ and „Who knows how much about me?“ can only be answered when we start thinking about Free Software. By some people Free Software is also called Open Source. More about Free Software.

    Let’s start with a list of what I thought and what’s in fact the reality:

    Misconception I

    Before I went to Tanzania it was quite clear to me that people here value Free Software quite much. This is because a lot of Free Software is also free of cost. Why should people use Windows, Adobe Photoshop and Microsoft Office when there’s also GNU/Linux, GIMP and LibreOffice/OpenOffice?

    Reality I

    „Free Software? What is this and can I eat it?“ It’s not that drastical though but the core message remains the same: The broad average population doesn’t know about Free Software and Open Source or even the applications I listed. When I gave a small workshop about GNU/Linux, noone of my students knew about it. But as we installed replacements of popular non-free software like LibreOffice, GIMP or VLC the questions marks in my students‘ heads became almost visible. Although they liked the idea of the whole world working on this software and that it’s for free, they asked me afterwards „…and how can we install Microsoft Frontpage?“. This is the perfect time for misconception 2. [ » Read More…]